Wie Relevant Ist Der BMI

Body Mass Index – BMI – ist er Relevant?

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So relevant ist der Body-Mass-Index wirklich

Übergewicht ist keinesfalls nur ein ästhetisches Problem. Überschüssiges Fett bewirkt im Körper eine Reihe schwerwiegender, auf Dauer krank machende Veränderungen. Um festzustellen, wann jemand übergewichtig ist und er etwas dagegen tun sollte, gilt der Body-Mass-Index als Indikator.

Was ist der Body Mass Index - BMI?

Beim Body-Mass-Index oder auch kurz BMI, handelt es sich um eine mathematische Formel die unser Körpergewicht in Relation zu unserer Größe setzt. Dem Erfinder Adolphe Quetelet (1796–1874) ging es damals darum eine mathematische Größe für den „normalen“ Menschen zu finden mit der lediglich Standardproportionen beschrieben werden sollten. Fett und Übergewicht spielten keine Rolle in seinen Berechnungen. Trotzdem tauchte die Formel 1972 unter der Bezeichnung Body-Mass-Index in einem von Ancel Keys veröffentlichten Artikel wieder auf und wurde aufgrund der einfachen Berechnung als Kriterium für Übergewicht herangezogen.

Den Body Mass Index BMI berechnen

Berechnet wird der BMI indem man das Körpergewicht (in kg) durch die quadrierte Körpergröße (in m²) dividiert.

BMI = (Körpergewicht in kg) : (Körpergröße in m)²  

Beispiel: Mit einem Gewicht von 90 kg bei einer Größe von 1,75 m, ist der BMI gerundet auf eine Nachkommastelle 29,4. 

Rechnung:

BMI = 90 : (1,75 x 1,75)

BMI = 90 : 3,0625

BMI = 29,3877

 

Klassifizierung BMI Bewertung
Untergewicht <18,5 Eine weitere Gewichtsabnahme ist gefährlich.
Normalgewicht 18,5 – 24,9 Abnehmen ist nicht nötig.
Übergewicht bzw. Päadipositas 25-29,9 Kann belasten. Solange die Gesundheit jedoch nicht bereits durch zum Beispiel Bluthochdruck, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen, Gicht, Bandscheibenvorfällen, Rheuma oder Osteoporose eingeschränkt ist, besteht nicht zwingend die Notwendigkeit abzunehmen.
Adipositas Grad I 30-34,9 Eine Gewichtsabnahme kann die Gesundheit begünstigen. Ein präventiver Nutzen ist bei einer Gewichtsabnahme zu erwarten.
Adipositas Grad II 35-39,9 Es besteht ein erhöhtes Risiko für die Gesundheit. Abnehmen kann sich stark positiv auf die Gesundheit auswirken. Es sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Adipositas Grad III ≥40 Es besteht ein sehr hohes Risiko an einer schweren Gesundheitsstörung zu leiden. Es sollte unbedingt ein ärztlicher Rat eingeholt werden.

(Modifiziert nach WHO 2000)

Gemäß der Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation lässt sich dieser Wert einordnen. Ab einem BMI von über 25 spricht man von Übergewicht, ab 30 von Adipositas. Liegt er über 35, wird es gefährlich: Dann ist das Diabetesrisiko um das 50-Fache erhöht, das Risiko einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu bekommen verdoppelt.

Was sagt der BMI aus?

Ist man mit einem BMI von über 25 automatisch übergewichtig? – Nein!

Der Body-Mass-Index war jahrelang der wichtigste Indikator für eine Einordnung, ob man übergewichtig ist, oder nicht. Allerdings sagt der BMI nur etwas über das Verhältnis von Körpergröße zu Gewicht aus. Dies ist jedoch nicht wirklich aussagekräftig, da der BMI verschiedene Faktoren nicht berücksichtigt. Diese sind beispielsweise:

  • das Alter
  • das Geschlecht
  • die Muskulatur
  • der Körperfettanteil

Diese Faktoren sind jedoch entscheidend um etwas über den Gesundheitszustand einer Person aussagen zu können. Für viele Personen ist der Body Mass Index irrelevant. Hierzu zählen unter anderem Schwangere, Kraftsportler und alle fitten Menschen, die viel Muskelmasse haben. 

Die Relevanz des BMI ist damit sehr fragwürdig.

Auch Prof. Dr. Ingo Froböse hat sich bewusst von der üblichen Messung des BMI entfernt: „Denn das viszerale Bauchfett hat für […] die Gesundheit eine viel größere Bedeutung als das Verhältnis von Körpergröße zu Körpergewicht.“

Eine bessere Methode,die Gefahr des Gewichts auf den Gesundheitszustand einzuschätzen, ist die Berechnung des sogenannten BAI dem Body-Abdomen-Index.

Viszerales Fett

Der Körper speichert Energie in Form von weißem Fett. Diese Speicher befinden sich vor allem an Bauch und Gesäß sowie in der Bauchhöhle. Das Fett in der Bauchhöhle, auch viszerales Fett genannt, ist besonders gefährlich, weil es zwischen den Organen wie Magen, Leber und Darm eingelagert wird und hauptverantwortlich ist für die vielen Gesundheitsstörungen, die mit Übergewicht in Verbindung gebracht werden, wie zum Beispiel Diabetes, Insulinresistenz, Störungen des Immunsystems, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen. Um herauszufinden, wie viel man von diesem gefählrichen Fett im Bauchraum hat, ist der BMI nicht geeignet, die bessere Alternative ist die Berechnung des Body-Abdomen-Index (BAI) oder die Messung des Bauchumfangs.

Body-Abdomen-Index (BAI) berechnen

Der Body-Abdomen-Index oder BAI bestimmt das Verhältnis von Taillenumfang zu Körpergröße und gibt Aufschluss darüber, wie Hoch der Anteil an gefählichem Bauchfett in Ihrem Körper ist. Eine genaue Einschätzung sollte durch einen Arzt erfolgen, sollte sich nach Bestimmung des BAI herausstellen, dass sich ein hoher Anteil von viszeralem Fett im Körper befindet.

Berechnung des BAI

BAI = (Taillenumfang in cm) : (Körpergröße in cm)

Beispiel: Mit einem Gewicht von 90 kg bei einer Größe von 1,75 m, ist der BAI 0,514 . 

Rechnung:

BAI = 90 cm : 175 cm

BAI = 0,514

Ein Risiko für die Gesundheit besteht in folgenden Situationen:

Alter Wert
Unter 40 Über 0,5
Zwischen 40-50 Über 0,53
Über 50 Über 0,55

Eine noch einfachere Methode ist die Messung des Bauchumfangs an der dicksten Stelle. Ist der Umfang an dieser Stelle bei Frauen größer als 87 cm und bei Männern größer als 100 cm, besteht Handlungsbedarf. Die Gefahren für die Gesundheit durch das viszerale Bauchfett sind dann deutlich erhöht.

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Eva Strünker

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