Hungergefühl Und Heißhunger

Das Gehirn macht uns dick!

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Wie Hormone unser Essverhalten beeinflussen

Woher kommt der sogenannte Heißhunger und warum scheinen manche Menschen ihren Schweinehund besser im Griff zu haben, als andere? Die Antworten liegen in der Evolution – vor allem in der Evolution unseres Gehirns.

 

Die Evolution und das Essen

Vor einigen Millionen von Jahren begannen wir damit uns von den Menschenaffen abzuspalten und nach einiger Zeit größere Gehirne zu entwickeln. Diese größeren Gehirne halfen uns dabei neue Taktiken der Nahrungsaufnahme umzusetzen. Z.B. verfeinerten wir unser Teamwork bei der Jagd als Gruppe und schafften es so, Nahrung zu erbeuten, wie wir es allein nicht geschafft hätten.

Darüber hinaus half uns das Anfertigen von Werkzeugen das Mammut zunächst einmal zu *ER*legen und dann auch zu *ZER*legen. Allerdings erforderte das Mehr an Gehirnmasse auch ein Mehr an Nahrungsaufnahme, da das Gehirn sehr viel Energie verbraucht und ein Energiemangel sehr schnell irreparable Schäden hinterlassen kann. So entwickelten sich in unserem Körper verschiedenste Kontrollmechanismen, um ein ausreichendes Vorhandensein von Nahrungsenergie abzusichern.

Diese Mechanismen entwickelten sich alle über einen sehr, sehr langen Zeitraum. Mehrere 100.000 Jahre waren dafür nötig. Dies ist auch der Grund, weshalb unser Körper und damit auch die Steuervorgänge unseres Gehirns noch aus einer Zeit weit, weit vor einer permanenten Nahrungsverfügbarkeit durch Supermärkte, Fast-Food-Ketten, Restaurants und Globalisierung entstammen. So sind wir weiterhin darauf gepolt so viel Nahrung wie möglich aufzunehmen, um auf schlechte Zeiten mit weniger Nahrungsangebot vorbereitet zu sein – nur, dass diese schlechten Zeiten in der Regel kaum mehr eintreten.

evolution1204aWoher kommt das ständige Hungergefühl?

Bei einem dieser Regelkreise geht es beispielsweise um das Hormon Leptin. Es wird vom Fettgewebe selbst gebildet und ins Blut abgegeben. So gelangt es auch zum Gehirn, um dort den derzeitigen Fettbestand zu melden. Wenn also ausreichend Fettgewebe vorhanden ist, wird viel Leptin gebildet, was im Gehirn eine Hunger senkende Wirkung hat. Die Nahrungsaufnahme wird gehemmt und der Stoffwechsel gesteigert.

Jedoch konnten Wissenschaftler der Universität Marburg in einem Tierexperiment jetzt zeigen, dass durch eine sehr fettreiche Diät am Gehirn eine Leptinresistenz entstehen kann. Genau das, was bei Menschen mit starkem Übergewicht auch passiert! Die Meldung der Sättigung kommt nicht mehr beim Gehirn an und so empfinden gerade die Menschen, die augenscheinlich schon viel vom Falschen essen, weiterhin ein Hungergefühl und die Lust zu essen. Weiterhin begünstigt das Entstehen einer Leptinresistenz ebenfalls das Entstehen einer weiteren typischen Folgeerkrankung des Übergewichts: Diabetes mellitus Typ 2.

In den USA wurde Anfang des Jahres 2014 bereits ein Medikament mit dem Wirkstoff Leptin genehmigt. Es könnte eine Insulinresistenz beseitigen, die Blutfette normalisieren und nebenbei noch das Körpergewicht senken. Jedoch darf es nur unter strengen Auflagen abgegeben werden, da es zu verschiedenen, gefährlichen Nebenwirkungen kommen kann. In Europa ist ein entsprechendes Medikament noch nicht bewilligt.

 

Ghrelin macht Hunger

Ein weiteres Hormon, das unser Hungergefühl über das Gehirn beeinflussen kann, ist Ghrelin. Es wird im Gegensatz zum Leptin im Magen gebildet und von dort aus in die Blutbahn abgegeben. Es kann dem Körper ein Energiedefizit signalisieren. Vor dem Essen steigt es an und nach dem Essen sinkt es wieder ab.

Forscher haben allerdings beobachtet, dass das Absinken nach dem Essen bei Übergewichtigen weniger der Fall ist, sodass ein Hungergefühl eher bestehen bleibt. Auch sehr fettige Nahrung beeinflusst das Sättigungsgefühl negativ, denn das Absinken des Ghrelinspiegels nach der Aufnahme fettreicher Kost braucht dreimal länger, als z.B. bei kohlenhydrathaltiger Kost. Da Ghrelin auch auf das Belohnungszentrum im Gehirn einwirkt, wird es mit Ess- und Alkoholsucht in Verbindung gebracht.

 

Mit starkem Wille voran

Nun können Sie also zwei Ihrer inneren Feinde beim Abnehmen mit Namen benennen und Sie wissen gegen wen Sie sich durchsetzen müssen. Denn der Wille hat immer die Möglichkeit auch gegen die Wirkungen der Hormone anzukämpfen – wenigstens eine Zeit lang. Trotzdem sollten Sie immer auch daran denken, dass jedes dieser Hormone lebenswichtig ist. Sind sie nicht vorhanden, können viele wichtige Funktionen des Körpers nicht richtig ausgeführt werden, deswegen sind auch diese „Quälgeister“ durchaus sinnvoll.

Aber das harmonische „Zusammenleben“ mit Ihren Hormonen ist gar nicht so schwer: Wenn Sie Ihren Stoffwechsel-Biorhythmus beachten und die richtige Nahrung zur richtigen Tageszeit essen, können Sie ohne zu hungern abnehmen und die Aktivität des Stoffwechsels dazu noch steigern.

 

 

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Eva Strünker

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Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. Müller Ingeborg

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    möchte mich nach den Feiertagen erst wieder bei Ihnen melden, da der jetzige Zeitpunkt sehr ungünstig ist.
    Freundliche Grüße
    Ingeborg Müller

    1. Eva Strünker
      fitmio

      Liebe Frau Müller,
      Sie können sich Ihr Startdatum für den fitmio Kurs nach der Anmeldung selbst auswählen. Wir freuen uns auf Sie!
      Herzliche Grüße und frohe Weihnachten.

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