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Was bewirkt Sport im Körper?

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21.01.2014Kölner Stadt-Anzeiger Magazin

Was bewirkt Sport im Körper? 

Fragt man Ingo Froböse, worauf der Sport die größten Auswirkungen in unserem Körper hat, dann antwortet er: auf den Stoffwechsel.

„Es bringt nichts, auf einzelne Organsysteme zu schauen – nur aufs Herz, nur auf die Lunge, nur auf die Muskeln. Alle diese Organe sind miteinander verbunden. Und diese Verbindung heißt Stoffwechsel“, sagt der Kölner Forscher, der das Zentrum für Gesundheit durch Sport und Bewegung an der Deutschen Sporthochschule leitet.

Tatsächlich sei der Stoffwechsel die wichtigste Stellschraube für alle, die schlanker und sportlicher werden wollen, glaubt Froböse. Über unsere Blut- und Nervenbahnen wird die Energie zu den jeweiligen Organen transportiert, darüber fließen die Informationen, und alles, was verbraucht ist, verschwindet über diesen Weg. „Der Stoffwechsel ist die Schnittstelle für alle körperlichen und psychischen Funktionen“, sagt der Forscher. „Und diese Schnittstelle kann man beeinflussen.“ Negativ durch Nichtstun und ungesundes Essen und Trinken, positiv durch ein aktives Leben und eine kluge Ernährung.

Froböse unsere Macht über den Stoffwechsel gerne verdeutlicht: „Wir werden alle mit einem Zwölf-Zylinder-Ferrari-Motor geboren. Aber durch Nichtstun wirtschaften wir ihn so herunter, dass nur noch ein Trabbimotor da ist.“ Aus diesem  Verschrottungsprozess könne man seinem Körper aber heraushelfen, glaubt der Sportwissenschaftler: „Erstens, indem man ihm Hubraum gibt, also Muskelmasse. Zweitens, indem man ihm mehr Verbrennungsöfen, also Mitochondrien in den Zellen, einverleibt, durch Ausdauertraining.“ Mehr Verbrennungsöfen bedeute mehr PS: „Das kann dann sogar aus einem Trabbimotor wieder einen Rennwagen machen, der nicht nur auf der Autobahn mehr Sprit verbraucht und mehr Leistung bringt, sondern auch im Leerlauf, wenn ich an der Ampel stehe.“

Aber Bewegung kann noch mehr. Was genau Sport im Körper bewirkt, zeigt unsere Grafik.

IMMUNSYSTEM:

Bewegung ist ein gutes Training für die Körperabwehr. Studien zeigen, dass Sport die Aktivität bestimmter Immunzellen verändert. Allerdings kommt es dabei auf die Dosis an: In Phasen starker Anspannung ist der Schutz zwar erhöht, doch in den Stunden danach fällt er auch wieder kurzfristig ab. Wichtig für eine gute Abwehr sind deshalb auch Zeiten der Erholung.

MUSKELN:

Sport lässt die Muskeln wachsen. Das sieht nicht nur gut aus, sondern ist auch gesund. Forscher fanden heraus, dass die Zellen, die unseren Muskeln die Energie liefern, bei Ausdauersportlern 54 Prozent mehr Energie verbrennen als bei  untrainierten Menschen. Sportler verbrauchen also sogar im Ruhezustand mehr Energie. Das lässt Fettpolster schmilzen.

VERDAUUNG:

Sport bringt die Verdauung in Schwung. Was eigentlich paradox ist: Denn körperliche Aktivität bringt normalerweise das sympathische Nervensystem in Gang, das die Verdauung hemmt. Gleichzeitig wird aber als Reflex auf den Sport auch der  Parasympathikus aktiviert, der die Darmtätigkeit ankurbelt. Ein träger Darm kann daher gut mit Bewegung therapiert werden.

RÜCKEN:

Sich regelmäßig zu bewegen, stärkt nicht nur die Rückenmuskulatur. Es bringt auch Flexibilität und Beweglichkeit in den Körper. Bewegung kurbelt zudem die Durchblutung an und stärkt die Bandscheiben.

PSYCHE:

Auf Training reagiert der Körper, indem er Hormone ausschüttet, die ausgleichend wirken. Sport kann träge Menschen deshalb nach oben holen und gestresste Typen nach unten bringen. Psychophysische Regulation heißt das Phänomen in der Forschung.

LUNGE:

Bei körperlicher Anstrengung braucht der Körper mehr Sauerstoff. Wie jeder Muskel passt sich auch die Lungenmuskulatur ihren Herausforderungen an: Auf Dauer wird das Atemorgan kräftiger, und über die Bronchien gelangt der Sauerstoff effektiver ins Blut.

HERZ:

Gerade Ausdauersport bringt das Herz auf Trab. Er lässt den Herzmuskel wachsen, sodass pro Schlag mehr Blut in den Kreislauf kommt. Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sinkt, weil unser Motor so weniger arbeiten muss und langsamer schlagen kann. Zudem bleiben die Gefäße durch Sport elastisch, was Arteriosklerose vorbeugt und langfristig den Blutdruck senken kann.

GELENKE:

Falsch ausgeübter Sport kann auf die Gelenke gehen. Richtig gemacht, schützt Bewegung aber vor Gelenkverschleiß. Weil dabei Muskelmasse rund um die Gelenke aufgebaut wird, werden diese stabiler – ebenso wie Sehnen und Bänder.

KNOCHEN:

Regelmäßige körperliche Aktivität verhindert, dass Knochen instabil werden. Sport bewirkt sogar, dass die Knochenmasse zunimmt und sich verdichtet. Deshalb ist Bewegung ein guter Schutz vor Osteoporose.

 

Von Michael Aust

"WORT & FORT" - das Spiel der Magazin-Redaktion

 

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