Schmerzen

So wirkt die Muskulatur aktiv auf unsere Gesundheit

//

Myokine beeinflussen die Gesundheit - das Geheimnis unserer Muskulatur

Nach unserem gängigen Schönheitsideal legen wir Wert auf eine definierte Muskulatur und schlankes Aussehen – für viele ist das auch der Hauptgrund, warum sie sportlich aktiv werden wollen. Doch unsere Muskulatur tut noch viel mehr für unseren Körper, als nur gut auszusehen!

Sport ist gesund - aber warum?

Dass sich Sport und Bewegung positiv auf die körperliche Gesundheit auswirken, weiß man schon lange. Doch warum genau das eigentlich so ist, konnte wissenschaftlich erst in den letzten Jahren herausgefunden werden.

Welche Wirkung eine körperliche Aktivität und insbesondere die muskuläre Kontraktion auf die Physiologie und den Stoffwechsel hat, war der Wissenschaft lange Zeit noch völlig unklar. Meist wurden die positiven Effekte auf die Gesundheit und das Körpergewicht nur auf den höheren Kalorienverbrauch bei sportlicher Betätigung reduziert.

Es ist noch gar nicht lange her – gerade etwa 10 Jahre – da entdeckte die Wissenschaft hormonähnliche Stoffe, die von der Muskulatur bei Aktivität produziert werden. Sie wurden von den Forschern “Myokine” getauft. Die Entdeckung der Myokine stellte sich als sehr bedeutend heraus.

Der Beweis: Muskeln produzieren Hormone und beeinflussen die Gesundheit!

Erst mit Hilfe der Myokine konnten die Forscher endlich erklären, warum körperliche Aktivität und Sport im allgemeinen einen positiven Effekt auf die Gesundheit hat. Bisher konnten die Effekte zwar beobachtet werden, aber was genau im Körper passiert, um diese Effekte auszulösen, war nicht bekannt.

Die Forscher gehen mittlerweile davon aus, dass rund 400 unterschiedliche Myokine existieren. Von einigen ist bisher noch keine genaue Wirkung bekannt, oder sie muss noch genauer untersucht werden. Jedoch scheinen viele von ihnen die Aufnahme von Zucker in die Muskulatur zu unterstützen. Andere verbessern die Wirksamkeit von Insulin. Auch die Wirkung auf Fettgewebe oder das Gefäßsystem, konnte verschiedenen Myokinen nachgewiesen werden.

Was sind Myokine?

Botenstoffe in der Muskulatur Myokine

Myokine (“Mys” für Muskel und “Kinos” für Bewegung) sind hormonähnliche Botenstoffe, die von den Muskelzellen produziert werden, wenn sich der Muskel bewegt – also in Aktion ist.

Botenstoffe im Körper - Kommunikation auf Stoffwechselebene

Im menschlichen Körper gibt es verschiedene Wege auf denen ein Körperteil mit dem anderen kommunizieren kann und sagt, was es zu tun hat. In der Regel werden organische Stoffwechselprozesse in unserem Körper über die Ausschüttung von Botenstoffen beeinflusst:

Muskeln halten gesund. Botenstoffe im Körper: Hormone, Cytokine, Myokine

Hormone

Die Hormone, sind die bekanntesten Botenstoffe, die schon relativ früh entdeckt und erforscht wurden. Wir alle kennen zum Beispiel Adrenalin oder Testosteron. Die unterschiedlichen  Hormone werden von Hormondrüsen produziert und sorgen für eine Kommunikation unterschiedlicher Strukturen in unserem Organismus.

Cytokine

Noch nicht so lange bekannt ist eine weitere Gruppe von Botenstoffen nämlich die Cytokine. Sie wirken im Körper über kürzere Distanzen und können von verschiedenen Zellen selbst hergestellt werden. Cytokine wirken zumeist auf das Wachstum und die Vermehrung von Zellen und helfen bei der Immunabwehr.

Myokine

Die noch recht neu entdeckten Myokine stellen eine Untergruppe der Cytokine dar, denn Sie werden zwar nur von Muskelzellen hergestellt. Myokine sind echte „Überredungskünstler“, die als Botenstoffe den Stoffwechsel in anderen Organen auf direktem Weg beeinflussen.

Drei Myokine im Portrait

Interleukin 6 (IL-6)

Das erste Myokin und Tausendsassa

Das IL-6 ist das erste Myokin, dass im Blut nach Bewegung gefunden werden konnte. Es spielt eine antientzündliche Rolle und verbessert außerdem die Zuckeraufnahme in die Muskulatur. Die IL-6-Konzentration kann durch Bewegung um das 100-Fache steigen und fällt auch rasch wieder ab, wenn die Bewegung wieder unterbrochen wird. Außerdem kann das IL-6 sogar Einfluss auf die Genetik nehmen und sie so verändern, dass dauerhaft ein erhöhter Energieverbrauch zugelassen wird.

Es wurde herausgefunden, dass eine größere Erschöpfung der Muskeln eine höhere Reaktion des IL-6 auslöst – vielleicht ein Grund, warum aktuelle Fitnesstrends, wie Crossfit und HIT (High Intensity Training) so beliebt sind.

Interleukin 15 (IL-15)

Der Bodybuilder

IL-15 spielt nicht nur eine Rolle in der Interaktion von Muskeln und Fett, sondern auch im Wachstum von Muskulatur. Studien konnten zeigen, dass es die Muskelzellen dazu bringt mehr Eiweiß einzulagern und so zu einem Dickenwachstum der Muskulatur beizutragen. Außerdem kann es ebenso wie das IL-6 die Zuckeraufnahme in die Muskelzelle verbessern indem es dafür sorgt, dass mehr Zuckertransporter an den Wänden der Muskelzellen angebracht werden.

Somit wird es als Regulator für Krankheiten wie Übergewicht und Diabetes gehandelt. Die größten Steigerungen der IL-15-Konzentration im Blut wurden nach moderatem Krafttraining festgestellt.

Brain-derived Neurotrophic Factor (BDNF)

Das Turbo-Myokin

BDNF ist ein Faktor, der eigentlich hauptsächlich bekannt war für seine Wirkungen im Gehirn. Nun steht fest, dass er auch von Muskelzellen unter körperlicher Aktivität gebildet wird.

Es wurde festgestellt, dass BDNF eine Schlüsselfunktion in der Kontrolle der Körperzusammensetzung und dem Energiegleichgewicht hat. Selbst, wenn schon Diabetes vorhanden ist, fördert BDNF die Zuckeraufnahme. Außerdem hilft es bei der Reduzierung des Körperfettes.

Myokine sind auch beim Abnehmen wichtig

Waage, abnehmen, schlank werden mit fitmio.de

Ohne die Myokine würde es der Organismus zum Beispiel nicht schaffen das Speicherfett bei Energiebedarf so umzuwandeln, dass es vom Körper verbraucht werden kann. Daher kann die Rolle der Myokine für das Abnehmen gar nicht hoch genug eingeschätzt werden!

Die Botenstoffe der Muskulatur gibt es nicht als Pille und müssen daher selbst hergestellt werden. Dies gelingt nur durch eine entsprechende Muskelarbeit, wie sie zum Beispiel durch gezieltes Krafttraining erreicht wird – einfach nur weniger zu essen reicht also nicht aus, um Fett zu verbrennen.

All das sind hervorragende Nachrichten für den Turbo-Stoffwechsel, denn all diese Faktoren helfen letztendlich dem Körper dabei mehr Energie zu verbrauchen und somit überschüssiges Fett loszuwerden. Wie die Wissenschaft zeigt: Man muss den Muskel nur bewegen und schon geht es los!

Diese Artikel zum Thema Muskulatur könnten dich auch interessieren:

Jetzt exklusiv für unsere fitmio-Magazin Leser:

fitmio gratis testen

5 sterneFindest Du diesen Artikel gut? Dann bewerte ihn mit 5 Sternen!

Einfach die gewünschte Wertung anklicken!

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (14 votes, average: 4,29 out of 5)
Loading...Loading...

Eva Strünker

Hallo! Ich bin Eva Strünker und freu mich Dich auf unserem fitmio Blog zu begrüßen. Falls Du Fragen zu fitmio hast, helfe ich Dir gerne weiter.
Hinterlasse uns einen Kommentar, schreib uns eine Mail oder ruf uns doch einfach an. Mail: info@fitmio.de, Tel: +49 (0)221/677 705 380! (Mo.-Fr. von 9:00 Uhr – 18:00 Uhr)

Dieser Beitrag hat einen Kommentar
  1. Simone

    Das nenne ich mal ein umfangreiches Gesundheitsmagazin! Toll und modern gemacht! Glückwunsch dazu! Ich könnt mich darin verlieren…so interessant sind die Beiträge zu lesen.
    Gerade habe ich mich durch http://faszien-info.com mit dem neue Trendthema „Faszien“ und ihrer Bedeutung für unseren Körper und dem Bewegungsapparat beschäftigt, da kommt Ihr mit dem Hammer Thema „Myokine“ als Motor unserer Bewegung. Da Ihr sehr gut recherchiert und neuste wissenschaftliche Erkenntnisse so unterhaltsam verpackt, habe ich mal wieder viel gelernt!
    Besten Dank dafür!
    Weiterhin viel Erfolg!
    Simone

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.